Ganz klar: Nein! Es existiert kein Verbot und in keiner Yoga-philosophischen Schrift findet dieses Thema Erwähnung.

Allerdings kann es mit fortschreitender Yogapraxis dazu kommen, dass man sich Gedanken macht über den Umgang mit sich selbst und anderen. Man erkennt plötzlich, dass gewisse Dinge nicht mehr gut tun und dazu gehört eventuell auch, dass man infrage stellt, ob das, was man zu sich nimmt, wirklich so gesund ist wie oftmals (vor allem von der Lebensmittelindustrie) behauptet wird. Man wird kritischer, hinterfragt und stellt fest, dass die Reduktion gesättigter Fettsäuren, wie sie u.a. auch im Fleisch zu finden sind, positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.

Eine ethische Verhaltensregel „Ahimsa“ ruft zu Gewaltlosigkeit und freundlichen Umgang mit ALLEN Lebewesen auf. Andererseits zeigt unser Gebiss, das mit Eck- und Schneidezähnen ausgestattet ist, dass wir wahrscheinlich von Natur aus Mischköstler sind. Es steht natürlich außer Frage, dass grausame Massentierhaltungen und deren Auswüchse nicht dem ethischen Grundsatz des „Ahimsa“ entsprechen. Allerdings kann es bei einer vegetarischen und v.a. veganen Ernährung zu Mangelerscheinungen (v.a. bzgl. Vitaminen und Proteinen) kommen. Einen gesunden Mittelweg zu finden, wäre hier wohl angebracht. Fest steht: wenn jeder etwas weniger Fleisch konsumieren würde, dann würden weniger Tiere getötet, was auch im Sinne des Ahimsa sowie gut für unser Gewissen und unsere Gesundheit ist.

Wenn Du regelmäßig Yoga übst und die Sprache Deines Körpers kennenlernst, dann wirst Du auch verstehen, was ihm gut tut und ob Dein Fleischverzehr hinterfragt werden müsste. Nein, vielmehr passiert das automatisch oder unbewusst.

Man entscheidet für sich selbst ob man Ganz- oder Teil-Vegetarier, Halb-Vegetarier, Gelegenheits-Mischköstler, Mischköstler oder kompletter Fleischesser sein möchte.