Die Yogasutras von Patañjali sind ein sehr altes philosophisches Werk, ein Leitfaden für Yoga oder besser: eine Anleitung zum Glücklichsein.
Hier werden u.a. verschiedene Aktivitäten und Zustände unseres Geistes beschrieben. So gibt es zum Beispiel Hindernisse, die unser Denken und Handeln beeinflussen und uns damit vom Glücklichsein abhalten können. Patañjali nennt diese Hindernisse Kleshas. 

Diese sind tief in uns allen verwurzelt, beeinflussen unsere Wahrnehmung und unser Verhalten immer wieder und können uns so von unserem gewählten Weg hin zu Klarheit und Glück abbringen.

Die Wurzel der insgesamt 5 Kleshas ist Avidya, das falsche Verstehen.
Avidya bedeutet, dass wir etwas oberflächlich oder mit falschen oder rein subjektiven Vorstellungen betrachten. Wir können nicht mehr unterscheiden, was wahr ist und was von unserem Geist (unserem Denkmuster) lediglich als wahrhaftig aufgefasst wird. Wir müssen klar unterscheiden lernen zwischen der Realität und dem, was wir daraus machen.

Das nächste Hindernis ist ein falsches Selbstbild: Asmita.
Egoismus, Selbstüberschätzung, Stolz aber auch Selbstmitleid, Minderwertigkeitsgefühl entstehen durch Rollen (z.B. Beruf), Gefühle, Gedanken und Kontakte, die wir einnehmen und die uns beeinflussen. Dies führt oft dazu,dass wir uns zu wichtig nehmen und nicht mehr wir selbst sind.

Raga führt Patañjali als drittes Übel an: drängendes Verlangen, Anhaftung, krampfhaftes Festhalten resultiert aus positiven Erfahrungen, die wir wiederholen möchten. Das Verlangen, gute Erfahrungen wieder zu erleben, führt dazu, immer mehr davon haben zu wollen und wird evtl. zur Sucht, lässt sich irgendwann nicht mehr befriedigen wodurch dann wieder Unzufriedenheit und Leid entsteht.

Dvesha, grundlose Abneigung entsteht meist durch schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit und wirkt dann, wenn wir nicht mehr offen sind für Situationen, die dem in der Vergangenheit negativ Erlebten ähneln.

Das letzte Klesha Abhinivesha ist tiefe Unsicherheit, Furcht meint z.B. Angst vor dem Tod oder einfach Zukunftsangst, die in jedem von uns steckt und wahrscheinlich auf den Selbsterhaltungstrieb zurückzuführen ist, weshalb dieses Klesha am schwierigsten zu überwinden ist.

Selbstreflexion kann helfen, Kleshas im eigenen Verhalten zu erkennen und zu eliminieren.

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